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Mit 65 Teilnehmenden, darunter 38 Sänger, Chorleiter Martin Bauersfeld sowie Ehefrauen und Sängerinnen des Frauenchors, hat der Nieder-Wöllstädter Gesangverein Concordia eine eindrucksvolle Konzert- und Begegnungsreise nach Japan unternommen. Vom 8. bis 21. März führte die Rundreise die Gruppe von Tokyo über Hiroshima und Osaka zurück in die japanische Hauptstadt – eine Reise voller kultureller Höhepunkte, intensiver Begegnungen und unvergesslicher musikalischer Erlebnisse.
Schon die ersten Tage in Tokyo beeindruckten die Reisegruppe tief. Die schiere Größe der Metropole, die perfekte Organisation, die außergewöhnliche Sauberkeit und die große Höflichkeit der Menschen hinterließen nachhaltige Eindrücke. Auch die Ausflüge in die kulturellen Zentren des Landes, etwa zur prachtvollen Tempelanlage von Nikko oder in das spirituelle Zentrum Koyasan, zeigten den Teilnehmenden die faszinierende Vielfalt Japans. Gleichzeitig gab es auch nachdenkliche Momente: Beim Besuch des Friedensparks und des Museums in Hiroshima wurde allen die verheerende Wirkung des Atombombenabwurfs eindrücklich vor Augen geführt. Für die gesamte Gruppe stand fest: Ein solches Leid darf sich niemals wiederholen.
Ein musikalischer Höhepunkt der Reise war die Begegnung mit der Tokyo Liedertafel in der Deutschen Botschaft in Tokyo. Der traditionsreiche Männerchor, der im vergangenen Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte und als ältester nicht-professioneller Männerchor Japans gilt, ist seit über zwei Jahrzehnten eng mit der Concordia verbunden. In feierlichem Rahmen, begleitet von Grußworten der deutschen Botschafterin sowie des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff in seiner Funktion als Präsident des Deutschen Chorverbandes, wurde die Freundschaft der beiden Chöre eindrucksvoll gelebt. Besonders emotional war der gemeinsame Vortrag des japanischen Liedes „Karatachi no Hana“ von Taki Rentarō – ein Werk, das Sehnsucht, Erinnerung und Vergänglichkeit thematisiert und in Japan tief verwurzelt ist. Auch das Lied „Teo Torriatte“ von Queen, eigens vom aktiven Sänger Jörg Welker für die Reise arrangiert, entwickelte sich schnell zu einem musikalischen Begleiter der Reisegruppe. Mit seiner Botschaft von Zusammenhalt, Vertrauen und bleibender Verbundenheit wurde es nicht nur bei den Konzerten, sondern auch in geselligen Momenten abends in Kneipen oder beim Karaoke immer wieder angestimmt. „Eine Freundschaft, die über Jahrzehnte und Kontinente hinweg besteht, ist etwas Einzigartiges. Die Begegnung mit der Tokyo Liedertafel war ein echtes Highlight. Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Treffen“, so der 2. Vorsitzende Sebastian Briel.
Ein weiterer bewegender Höhepunkt war das Benefizkonzert im Waisenhaus „Ai no Izumi“ in Kazo, das im vergangenen Jahr sein 80-jähriges Jubiläum feierte und den Auftritt der Concordia bewusst als besonderen Jubiläumsmoment aufgriff. Vor rund 300 Zuhörern präsentierte die Concordia ein abwechslungsreiches Programm aus japanischen Volksliedern, deutschen Klassikern und englischsprachiger Chorliteratur. Bereits zu Beginn sorgte der Kinderchor des Waisenhauses – ebenfalls unter der Leitung von Martin Bauersfeld – für einen emotionalen Auftakt. Das Programm wurde zudem durch „Grand Sonate Pathétique c-Moll, op. 13“ von Ludwig van Beethoven ergänzt, die Martin Bauersfeld am Flügel eindrucksvoll vortrug. Im Rahmen des Konzerts übergab die Concordia eine Spende in Höhe von 3.800 Euro, die beim eigenen Konzert Anfang März in Ilbenstadt gesammelt worden war.
Die Reaktionen vor Ort waren von großer Dankbarkeit geprägt. Besonders die leuchtenden Augen der Kinder berührten viele der Mitreisenden tief. Zudem überreichten alle Mitreisenden persönliche Geschenke an die Kinder, was für zusätzliche große Freude sorgte. Im Anschluss an das Konzert fand eine gemeinsame Afterkonzertfeier statt, bei der die Begegnung in herzlicher Atmosphäre weiter vertieft wurde. Chorleiter Martin Bauersfeld sagte: „Musik verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg – das haben wir in Japan auf ganz besondere Weise erlebt. Das Benefizkonzert in Kazo war für mich persönlich ein Herzensmoment.“
Neben den geplanten Programmpunkten waren es oft die spontanen Begegnungen, die die Reise so besonders machten. So kam es bei einem Zwischenstopp auf einem Rastplatz zu einem außergewöhnlichen musikalischen Austausch: Ein Sänger der Concordia stimmte ein japanisches Lied an – und plötzlich sang ein ganzer Bus voller japanischer Schüler mit. Es stellte sich heraus, dass es sich um einen Schulchor auf dem Weg zu einem landesweiten Wettbewerb handelte. Kurzerhand wurde die Pause verlängert, beide Chöre sangen füreinander und schließlich gemeinsam das bekannte japanische Lied „Furusato“ – ein Moment, der vielen unvergessen bleiben wird.
„Diese Reise war in jeder Hinsicht unvergesslich – die Begegnungen, die Eindrücke und die besondere Atmosphäre dieses Landes werden uns noch lange begleiten“, resümiert Bernhard „Jimmy“ Brauburger aus dem Organisationsteam.
Ein weiterer besonderer Moment war der Besuch der Deutschen Kreuzkirche in Tokyo. Pfarrer Andreas Latz ermöglichte der Reisegruppe eine gemeinsame Probe, hielt eigens eine Andacht und nahm sich Zeit für persönliche Begegnungen. Als Zeichen der Verbundenheit übergab die Concordia auch hier eine Spende an die Gemeinde.
Auch für den Verein selbst hat die Reise nachhaltige Bedeutung. „Diese Reise hat gezeigt, was unseren Verein ausmacht: Zusammenhalt, gegenseitige Rücksicht und echtes Miteinander. Als Chor unterwegs zu sein heißt, Verantwortung füreinander zu tragen“, betont der 1. Vorsitzende Bernhard Heger. Besonders bemerkenswert: Viele neue Sänger, die im Vorfeld der Reise zur Concordia gestoßen waren, möchten dem Verein auch langfristig treu bleiben.
Neben den musikalischen Erlebnissen wird Japan den Teilnehmenden vor allem wegen seiner faszinierenden Kultur, der Herzlichkeit der Menschen und der kulinarischen Vielfalt in Erinnerung bleiben. Dank der hervorragenden Organisation durch das Reisebüro Hankyu sowie der deutschsprachigen Reiseleitungen konnte die Gruppe das Land intensiv kennenlernen. Was bleibt, ist weit mehr als eine Reise: Es ist das Gefühl einer gewachsenen Gemeinschaft, das Bewusstsein für die verbindende Kraft der Musik – und die Vorfreude auf kommende Projekte. Wer Teil dieser Gemeinschaft werden möchte, ist herzlich eingeladen, sich einer der sechs Chorgruppen des Gesangvereins Concordia anzuschließen.
